02.06.2019, von Stefan Jörger

130 junge THW-Katastrophenschützer üben gemeinsam

Achern. Seit fünf Jahren üben die Jugendgruppen des Technischen Hilfswerks (THW) jährlich im Frühjahr auf dem eigenen Übungsgelände nahe Achern. In diesem Jahr stand das Zeltlager unter dem Motto Magmatica, in Anspielung auf ein Katastrophenszenario im Oberrheingraben. „Nach mehr als fünf Jahren ist am 30. Mai 2019 der Vulkan Kaiserwald erneut ausgebrochen. Aufgrund der hohen Aktivität kommt es seit Freitagmorgen zu Nachbeben. Der Lavastrom hat bereits die Stadt Maiwaldingen a.K. erreicht. Erste Brandherde sind zu verzeichnen und weitere Brände sind zu erwarten. Wohnhäuser sind teilweise stark beschädigt, einsturzgefährdet und somit nicht mehr bewohnbar“, so steht es im Einsatzauftrag zu der Übung.

Die 98 männlichen und 22 weiblichen Kinder und Jugendlichen aus den neun THW-Ortsverbänden Achern, Biberach/Baden, Emmendingen, Freiburg, Lahr, Lörrach, Müllheim, Offenburg und Rheinfelden mussten am Samstag verschiedene Aufgaben lösen. Sie waren mit 36 Jugendbetreuern, davon 31 Männlichen und fünf Weiblichen, angereist. Darüber hinaus waren weitere 16 Personen im Organisationsteam, unter ihnen eine weibliche Helferin. In Summe waren am Übungs-Samstag über 200 Personen auf dem Gelände zu Gange. Zum ersten Mal war in diesem Jubiläumsjahr auch die Jugendfeuerwehr aus Achern mit 27 Teilnehmern dabei. Außer dem unterstützten zwei Sanitäter des Deutschen Roten Kreuzes im Bereich der Ersten Hilfe. Die Schülerinnen und Schüler in ihren blauen und roten Uniformen hatten an den acht Stationen unter anderem Ausleuchten, Stromversorgung und Absichern von Einsatzstellen zu absolvieren, die Feuerwehren bei der Löschwasserversorgung und dem Bau von Befüllstationen zu unterstützen sowie das Retten von Menschen und Tieren aus Höhen sowie das Bergen von Sachwerten zu demonstrieren. Außerdem erklärte die Freiwillige Feuerwehr aus Achern das richtige Löschen von Feuern und den damit verbundenen Umgang mit verschiedenen Feuerlöschern.

Am Samstagabend fand zur Überraschung der ehrenamtlichen Teilnehmer ein Straßenfest mit Olympiade, DJ und Disko auf einer der drei Straßen des abgelegenen Katastrophenschutz-Geländes, einem ehemaligen Bundeswehr-Depot, statt. Dabei konnten verschiedene Spiele gemacht werden, ein Eismobil sowie ein Popcorn-Anbieter boten ihre Leckereien an. Bereits mit der Anreise begann auch ein Fotowettbewerb für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Erstmalig in diesem Jahr wurde die Übung um einen Tag verlängert; ermöglicht wurde dies durcheine Terminverschiebung und Nutzung des verlängerten Wochenendes aufgrund von Christi Himmelfahrt. Der zusätzliche Tag wurde als Freizeittag am Freitag eingebaut, wo verschiedene Ausflüge geplant und organisiert wurden. So konnten die Jugendlichen aus einer Vielzahl von Möglichkeiten im Umkreis von etwa 40 Kilometern auswählen, darunter das Unimog-Museum,Geocaching, Kletterwald mit Bobbahn und Erlebnis-Minigolf. Auch fand sich eine Gruppe, die sich kreativ und tatkräftig mit der Optimierung und Verschönerung des Geländes auseinandersetzte. Die Teilnehmer des Freizeittages, der ein optionales Zusatzangebot darstellte, reisten bereits am Donnerstag Abend an. Nach der Anreise mit ihren blauen Fahrzeugen stand dann der Aufbau der mitgebrachten Zelte und Feldbetten auf dem Programm. Am Abend bei Dunkelheit fand eine Evakuierungsübung in verschiedenen Stufen statt.

Die Rückfahrt am späten Sonntag morgen, nach dem Abbau, der Siegerehrung und Aufräumen des Geländes, erfolgte geschlossen als Kolonne. Deutlich mehr als zehn Einsatzfahrzeuge fuhren hintereinander wie eine kilometerlange Schlange mit blauen Fahnen und Blaulicht vom Gelände und über die Autobahn A5 wieder in Richtung Süden in die Heimat. Die blaue Schlange auf der Autobahn wurde ständig kürzer und kürzer und sorgte für Aufsehen auf der Schnellstraße. Für den am weitesten entfernten Ortsverband, Rheinfelden, bedeutete das eine rund zweieinhalbstündige Fahrt nach Hause an den Hochrhein.

Ohne die tatkräftige Unterstützung aus den eigenen Reihen der Ortsverbände und der Regionalstelle Freiburg wäre solch eine Veranstaltung nicht möglich gewesen. Bereits ein Jahr im Voraus begannen die ersten Planungstreffen. Die Verpflegung mit Speisen über die gesamte Zeit hinweg wurde von der THW-eigenen Verpflegungs- und Logistikgruppe des hiesigen Ortsverbandes Achern übernommen. Dankbar sind wir auch den Unternehmen Peterstaler Mineralquellen, Fürle Fruchtsäfte und Popcorn mieten für die Zusammenarbeit und Beteiligung.

 

 


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